Stress mit den Hausaufgaben oder beim Üben des Instruments?

Kennst du das auch?

Dein Kind fängt nicht an. Dein Kind kann nicht bei der Sache bleiben. Die Hausaufgaben dauern ewig. Du regst dich auf. Es gibt Streit. Der Nachmittag ist gelaufen.

Das muss nicht sein: Mit diesen Strategien kannst du dein Kind dazu bringen, seine Hausaufgaben zu erledigen oder sein Instrument zu üben, ohne Stress, Ärger und Streit.

Elf wirksame Strategien gegen Stress mit den Hausaufgaben:

  • Wirksam auffordern

Wenn du dein Kind zu einer Handlung bewegen willst, berühre es zum Beispiel am Arm oder an der Schulter. Gehe dabei auf Augenhöhe zu deinem Kind und spreche es mit seinem Namen an.

Goldene Regel: Anfassen – Angucken – Ansprechen

Gib klare, kurze und konkrete Anweisungen: „Hol dein Mathebuch aus dem Schulranzen.“ Kurze Anweisungen sind ganz wichtig, sonst wird dein Kind Mama/ Papa taub.

Sei bestimmt in dem, was du erwartest: Nicht bitten oder betteln, wenn du Anweisungen gibst. Kein „Kannst du bitte deine Hausaufgaben machen?“ Es geht nicht darum, den Eltern einen Gefallen zu tun.

Bleibe sachlich, auch wenn die Hausaufgaben Situation deine Geduld oft auf eine harte Probe stellt. Vermeide unbedingt demütigende Aussagen. „Was bist du für ein faules Kind!“ Dies löst verständlicherweise sofortigen Widerstand aus. Das Kind ist in Ordnung! Nur bestimmte Verhaltensweisen (noch) nicht.

  • Loben

Lob tut einfach gut und verstärkt gleichzeitig das positive Verhalten.

Anerkennung können wir auf verschiedene Weise zeigen:

verbal: „Ich freue mich so, dass du…“, „Das gefällt mir.“ „Du hast dir aber große Mühe gegeben!“

nonverbal: über die Haare streicheln, liebevoll in die Augen schauen, Lächeln, Gebasteltes aufhängen

materiell: kleine Belohnung (manchmal), Punkteplan (Am Ende der-Woche gibt es eine kleine Belohnung)

Lobe dein Kind sofort, wenn dir etwas gut gefällt. Sprich aus, was genau dir gefällt und lobe uneingeschränkt (ohne nachfolgendes Aber…). Dein Lob sollte angemessen und ehrlich sein. Dein Kind wird sofort merken, dass du nicht authentisch bist, wenn du es wegen jeder Kleinigkeit über den grünen Klee lobst.

Das Verhältnis von Lob zu Kritik sollte ungefähr 4:1 sein.

Achte verstärkt darauf, was dein Kind gut macht und sprich es aus. Geh fest davon aus, dass dein Kind seine Sache gut machen wird. Du wirst viele positive Seiten an deinem Kind entdecken und dich darüber freuen. Eure Beziehung wird sich verbessern.

Fördere auch die Selbsteinschätzung deines Kindes: „Bist du zufrieden mit deiner Arbeit? Gefällt dir dein Bild?“

  • Ignorieren von unerwünschten Verhaltensweisen

Wenn sich dein Kind unangemessen verhält, versuche zunächst die Aufmerksamkeit deines Kindes auf etwas anderes richten.

Wenn das nicht funktioniert – zum Beispiel bei einem Wutanfall –  ignoriere das schlechte Benehmen. Bei konsequenter Nichtbeachtung werden die Verhaltensweisen erst intensiver, treten dann bald aber seltener auf. Das Kind merkt, dass es mit diesem Verhalten nichts erreichen kann. Es lohnt sich dies durchzuhalten!

  • Rituale

Kinder mögen Rituale und verlässliche Abläufe. Sie schaffen Sicherheit und einen guten Rahmen.

Sucht zusammen einen festen Zeitpunkt für die Hausaufgaben aus.

Macht es euch schön und gemütlich. Vielleicht zündest du in der dunklen Jahreszeit eine Kerze an?

Der richtige Ort für die Hausaufgaben muss nicht der eigene Schreibtisch im Kinderzimmer sein. Häufig fühlt sich das Kind wohler, wenn es beim Lernen nicht alleine ist.

Schafft eine klare Struktur: Dein Kind muss ein Hausaufgabenheft führen. Einigen Kindern hilft es sehr, wenn ihr gemeinsam für jeden Tag einen Hausaufgabenplan erstellt, auf dem jede erledigte Aufgabe abgehakt wird.

  • Zeig Interesse für die Aufgaben deines Kindes

„Welches Fach magst du besonders gerne?“ „Was habt ihr in Sport gemacht?“

  • Biete deine Hilfe an

Frage dein Kind, was es auf hat. Lass dir bei jüngeren Kindern das Hausaufgabenheft zeigen. Biete deine Unterstützung an, aber übernehme nicht die Aufgaben.

  • Hausaufgaben – Kurve

Lass dein Kind mit einer leichten Aufgabe beginnen, darauf folgt eine schwierige und zum Schluss eine leichte, damit das Hausaufgaben erledigen mit einem guten Gefühl verbunden wird.

  • Pausen und Bewegung

Vielen Kindern fällt es schwer, über einen längeren Zeitraum stillzusitzen. Eine Pause nach zwanzig Minuten Arbeit tut gut.

  • Liebevolle Konsequenz

Die Hausaufgaben werden gemacht. Darüber gibt es keine Diskussion. Bleibe dabei ruhig und standhaft.

  • Akzeptiere Leistungsschwankungen

Es gibt Tage, da läuft es weniger gut. Das ist normal. Bleib gelassen. Unterstelle deinem Kind keine böse Absicht: „Du könntest, wenn du nur wolltest.“

  • Sei freundlich und liebevoll zu dir selber.